Mieszko I (960 - 992) und seine Taufe


Mieszko I - der erste geschichtlich bewiesene Herrscher Polens, wird für den Gründer des Staates gehalten. Unter seiner Herrschaft wurde das Gebiet Polens umrissen und auch Organisation des Staates angelegt. Mieszko I machte Polen zu einem christlichen, europäischen Staat. Nach dem Chronisten Gall Anonim war das Land der Polanie, das der Kern unserer Staatlichkeit ist, vor Mieszko von drei legendären Herrschern regiert- von Siemowit, Leszek und Siemomys³. Die ersten Erwähnungen über Mieszko stammen vom 963. Der sächsische Chronist Widukind notierte damals, dass Mieszko mit Wieleten kämpfte. Das polnische Land überfiel in dieser Zeit Graf Wichman, der den polnischen Herrscher besiegte. Nach dem Ereignis suchte Mieszko nach Sicherheit für sein Volk und deswegen schloss er ein Abkommen mit dem Kaiser Otto I, dem er seitdem unterlegen war. Daher wurde er in den späteren Quellen als "Kaiserlicher Freund" bezeichnet.

Die schwerwiegendste Entscheidung von Mieszko I war die Taufe Polens 966. Der 962 zum Kaiser gekrönte Otto I strebte nach der Abhängigkeit des polnischen Landes. Offiziell verbreitete er lediglich die Idee des Christianisierung Europas. Aus Angst vor der Unterordnung des polnischen Landes der deutschen Missionsstellen, entschied sich Mieszko 965 einen Bund mit den Tschechien zu schließen. Der Bund sollte Polen auch vor den Überfällen der fürchterlichen Wieleten schützen.

Eine Bestätigung des polnisch-tschechischen Abkommens war die Trauung Mieszkos mit der Prinzessin Dobrawa. Diese Zeremonie fand höchst wahrscheinlich auf der Insel Lednica statt. Der erste polnische Bischof wurde Jordan (968), der sein Amt in Posen ausgeübt hat.

Die Taufe Polens spielte eine wichtige Rolle. Der Staat wurde christlich. Sein Herrscher Mieszko I wurde mit anderen europäischen Fürsten gleichgestellt. Die neu entstehenden Strukturen der katholischen Kirche waren ein Muster für die Organisation des Staates. Einen besonderen Wert legte man auf die Fähigkeit schreiben zu können und auf die Kenntnis der Korrespondenzformen. Das Christentum, nachdem es die Kulte der jeweiligen Stämme aufgelöst hatte, ermöglichte die Vereinigung und Integration des Staates. In den Außenbeziehungen verstärkte die Taufe die Stellung unseres Herrschers, insbesondere gegenüber dem Deutschen Kaiserreich.

Das Bündnis mit Tschechien ermöglichte Mieszko einen Erfolg in dem Kampf gegen die Wieleten. Der Staat Polens hatte dann ein Zentrum in Gniezno und umfasste die Gebiete von der heutigen Wielkopolska (Großpolen), Kujawy (Kujawien), Mazowsze (Masowien) und teilweise auch Pomorze (Pommern).

Die Machtübernahme über das Westpommern ermöglichte die Schlacht bei Zehden 972. Mieszko I besiegte dann den deutschen Markgrafen Hodo. In weiteren Jahren seiner Herrschaft legte Mieszko sorgfältig die Fundamente unseres Staates. Manchmal geriet er auch in Schwierigkeiten. 981 verlor Polen in einem Krieg mit Rus Tschernien.

Mieszko führte eine bedachtsame Innenpolitik und baute das Fürstentum zielgerecht aus. Das Gebiet war mit einem Netz regulär angelegten Burgen versehen. Die Burgen waren administrative Zentren des Staates, militärische Stützpunkte, Orte, wo die Steuer eingezogen und wo die Strafen verhängt waren. Jenseits der Dämme befanden sich immer Siedlungen, wo die Handwerker lebten, die für die Burg arbeiteten. Es gab auch ein System von Dienerdörfern, deren Einwohner ihr tägliches Brot als Bauer verdienten, und die zugleich bestimmte Waren und Dienste an die Burg lieferten. Diese Abgaben, neben den Steuern und Kriegsbeuten, waren eine Existenzgrundlage für die zahlreiche Armee des Fürsten.

Am Ende seines Lebens, zwischen 990 und 992, schenkte Mieszko sein Land dem Papsttum. Dieser Akt soll die kaiserlichen Einflüsse in Polen mildern und die neu angenommene Religion zu festigen. Dagome iudex (unter diesem Namen ist das Dokument bekannt) legt die Grenzen des Fürstentums Gniezno fest, das zu den Zeiten Mieszkos Wielkopolska (Großpolen), Kujawy (Kujawien), Mazowsze (Masowien), Œl¹sk (Schlesien) und wahrscheinlich auch Pomorze (Pommern) umfasste.

Mieszko I starb 992 und übergab das Land seinem Sohn Boles³aw. Zu seinen Zeiten wurde das polnische Land zum ersten mal Polen genannt. Mieszko I baute solide Grundlagen unseres Staates. Dank der Annahme von der christlichen Religion wurde Polen in den Kreis der europäischen Politik eingeführt und gewann einen festen Platz in dem damaligen Europa.