Holzarchitektur


Durch eigenartigen Reiz ragt der Holzbau im Kreisgebiet Gniezno hervor. Es haben sich da zahlreiche Denkmäler des alten polnischen Dorfes erhalten -Holzbauten, die mit der Landschaft harmonisieren und zahlreiche durch ihre Konstruktion, Formfülle und Innenausstattung erstaunliche Kirchen. Die meisten Denkmäler der Holzarchitektur befinden sich im Ethnographischen Park Großpolens, das am Ufer des Lednica-See gelegen ist. Es ist ein Museum, das die Volkskultur von Großpolen samt all ihr angehörigen Elementen präsentiert: Architektur-objekte, Brunnen, Bildstöcke, Gärten und Felder. Das Dorf ist in zwei übereinstimmende Gebiete geteilt: Bauern- und Hof-Vorwerksgebäuden. Die Dorfbebau- ung ist auf dem Plan des Angerdorfes, wo zahlreiche Bauernhöfe vorwiegend aus dem 19./20. Jahrhundert erstellt wurden. Zum ältesten Objekt des Freilicht-museums gehört die Bauernhütte aus dem Jahr 1602 im Ort Zdrój in der Nähe von Grodzisk Wielkopolski.Unter den Bauernhöfen steht ein Wirtshaus mit reich verziertem Vordach aus der Umgebung von Chodzie¿ und eine Kirche aus Wartkowice. Beachtenswert ist die Holzkapelle aus dem Jahr 1765 mit dem Barock - altar - die Schenkung des Kardinal - Primas Stefan Wyszyñski. Auf der Anhöhe an dem Lednica-See stehen drei Windmühlen: Holländer-, Bock- und Paltrock- windmühle aus dem 19. Jh. Von der Anhöhe ist die Insel Ledniczka mit dem hölzernen Glockenturm aus dem 18.Jh zu sehen.

Großer Popularität erfreut sich sog. kleines Freilicht - museum. Unter den da befindlichen Objekten ist die älteste aus dem Jahr 1585 stammende Bockwind - mühle aus Gry¿yna in der Nähe von Ko¶cian. Große lnteresse erwecken Objekte in Moraczewo - Bock - windmühlen aus dem 19./20. Jahrhundert und ein Mühlenhof (Hütte, kleiner Viehstall, Scheune) aus dem Anfang des 19. Jh. Im Ort Rybitwy gelegen am westlichen Ufer des Lednica-See befindet sich eine Holzhütte des holländischen Siedlers (1737), eine Volksschule aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, eine Scheune, eine Bockwindmühle und ein Speicher.

Jedes Jahr werden auf dem Gebiet des Freilichtmuseums zwei folkloristischen Veranstaltungen organisiert: im März "Feierlicher Winterabschied und Frühlingsbegrüjßung" und im Juni "Lebendiges Freilichtmuseum".

Das Sakralbauwesen wird von zehn Kirchen repräsentiert. Die ältesten von ihnen befinden sich im Ort £ubowo und Sokolniki.

Dêbnica
St. Nikolaus-Kirche errichtet im Jahre 1726 als Stiftung der Eleonore von Dzia³yñscy Latalska. Eine hölzerne Einschiffskirche. Auf dem Regenbogenbal- ken ein Kruzifix in einer Strahlenglorie aus der ersten Hälfte des 18 Jahrhundert. Barocke Innenausstattung, ovale Bilder von St. Katharina und St. Hedwig, eine Kanzel mit Ornament im Regencestil. Bemerkenswert ist auch das Taufbecken mit der geschnitzten Darstellung der Taufe von Jesu Christi, bekrönt von einem Baldachin. Auf dem Taufbecken mit der Rokokosäule wurden Gefäse in einer Schwannform angebracht. Im Tempel befindet sich ein Weihbecken aus Sandtein aus dem 15/16 Jahrhundert. An der Kirche steht ein aus Holz erstellter Glockenturm aus dem 18. Jahrhundert.

Kamieniec
St. Jakobus Apostel Kirche. Erbaut in Jahren 1722-1724. Eine Stiftung des Pfarrers Jan Cieñski, des Ordensbruders von Trzemeszno. Eine hölzerne Turmkirche in der Ansicht des lateinischen Kreuzes mit dreiseitig abgeschlossenem Chorraum und orthogonalen Kapellen. Der Regenbogenbalken mit einem Kruzifix und spätgotischen Schnittwerken der Muttergottes der Schmerzen und St. Johannes Ewangelist. Die Ausstattung der Kirche stammt aus dem 17./18. Jahrhundert. Auf dem Hauptaltar ein Gemälde von der Unbefleckten Empfängnis der Jungfrau Maria im silbernen Barockgewand. Oben das Gemälde von Herz Jesu aus dem 19./20 Jahrhundert. An den Seiten Skulpturen der Heiligen. In einem der Altäre befindet sich ein Gemälde von St. Joseph mit Kind im silbernen Gewand aus dem Jahre 1713. Das Ganze wird von einer spätbarocken Kanzel mit den Christus Salvator und vier Evangelisten darstellenden Schnittwerken ergänzt.

Kiszkowo
Die St. Johannes der Täufer-Kirche. Sie wurde nachträglich 1733 auf Anregung des Pfarrers Jan Wypijewski an die gemauerte Liebfrauenkapelle vom Ende des 17. Jh angebaut. In der Kapelle ein Gemälde der Gottesmutter mit Kind aus dem 18. Jh im silbernen zeitgenössischen Gewand. Eine Holzkirche mit quadratischem Turm, an dem das Familienwappen "Pilawa" von Primas Teodor Potocki angebracht wurde. Barocke Innenausstattung - eine Kanzel, ein Taufbecken. Beachtungswert ist auch die Barockpieta aus der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts.

£agiewniki Ko¶cielne
Fronleichnamskirche - wurde 1741 auf Anregung von Pfarrer ?iwiñski erbaut. Eine hölzerne Einschiffskirche mit quadratischem Turm. Barocke Innenausstattung - Hauptaltar, Seitenaltäre mit Statuen der vier Evangelisten und Engeln, wie auch Gemälde: Muttergottes von Tschenstochau und Ecce Homo am Baum. An der Kirche steht ein hölzerner Glockenturm aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, gedeckt mit einem Satteldach.

£ubowo
St. Nikolaus-Kirche wurde 1660 aut Anregung des Suffragans von Kiew und Gnesner Kanonikers Stanislaus errichtet. 1720 wurde die Maria Trost-Kapelle (eine Stiftung von Lutomski) und 1820 der Turm angebaut. Es ist eine hölzerne Einschiffskirche. Die Ausstattung der Kirche ist vorwiegend in barockem Volksstil erhalten. Auf dem Regenbogenbalken sind Skulpturen von Jesus dem Gekreuzigten, der Muttergottes der Schmerzen und dem St. Johannes aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts zu sehen. Der Hauptaltar mit einem Gemälde der Gottesmutter mit Kind und den Bildwerken von St. Stanislaus und St. Adalbert stammt aus der Hälfte des 17. Jahrhunderts, so wie die Seitenaltäre und der Kapellenaltar.

Niechanowo
Der Bauinitiator der St. Jakobus-Kirche war der Priester Melchior Kie³kowicz. Es ist eine mit Schindeln gedeckte Holzkirche, erbaut im Jahre 1908 mit einem nachträglich angebauten gemauerten Schiff und Turm. Spätbarockes Mittelschiff mit einem Gemälde des hl. Jakobus und Statuen von St. Peter und St. Antonius. Die Ausstattung der Kirche repräsentiert den Rokoko-Stil aus dem 18. Jahrhundert - die Kanzel gestützt von einer Engelfigur, das geschnitzte Taufbecken stellt Adam und Eva am Lebensbaum, Moses und als abschließendes Ornament das Kreuz dar. Das Ganze wird von Gestühl, Beichtstühlen, zwei geschnitzten Seitenaltären und Gemälden aus dem 17. und 18. Jahrhundert ergänzt.

Paw³owo
St. Martin-Kirche. Erbaut im Jahre 1762 als Stiftung des Gnesner Kapitels und des Gnesner Kantors Krzysztof Hilary Szembek. Es ist eine hölzerne Einschiffskirche. Innen befinden sich drei Altäre aus dem 18. Jahrhundert. Beachtenswert ist das spätgotische Flachrelief, das die Liebfrauenfamilie darstellt.

S³awno
Friedhofskapelle St. Rosa - die einschiffige, in Holzbauweise erstellte Anlage mit Turmzwiebel und einer Laterne wurde im Jahre 1785 als Stiftung des Priesters Josef Sztolzman erbaut. Die Innenausstattung aus dem 18./l9 Jahrhundert. Der Regenbogenbalken wurde mit Schnitzwerken von St. Rosa und Putten mit einer Sanduhr und und einem Schädel versehen. Den Hauptaltar ergänzen zwei Seitenaltäre mit den Statuen der Muttergottes und der St. Teresa.

Sokolniki
St. Stanislaus Bischof-Kirche. Erbaut in Jahren 1682-1712. Eine Stiftung von Adam Grudowicz und Wawrzyniec K³osowski. Es ist eine hölzerne Einschiffskirche samt einem mit Zwiebelkuppel gedeckten Turm an der Stirnseite. Das Innere beherbergt Fragmente von Polychromie aus den Jahren 1787 und 1886, die den Martertod von St. Stanislaus, die Figuren der Heiligen und Stifterbildnisse darstellen. Die Ausstattung in Barock- und Roko- kostil. Im Hauptaltar ein Gemälde der Gottesmutter mit Kind im silbernen Rokokogewand. Darunter eine Szene aus dem Martertod von St. Stanislaus. Daneben Skulpuren von St. Joachim und St. Anna. In Seitenaitären sind Gemälde von St. Anna Samotrzeæ und Joseph, Auferweckung des Toten und Traum des hl. Franz, wie auch die Skulpturen von St. Katharina und Laurentius zu sehen. Das Ganze wird von einer Kanzel mit geschnitzten Figuren der Evangelisten, Beichtstühlen, einer Orgelempore, Sitzbänken und einem im Stein ausgeführten spätgotischen Weihbecken ergänzt.

Waliszewo
Die Kirche St. Katharina wurde im Jahre 1759 errichtet - eine Stiftung des Gnesner Kanonikers Ludwig Riaucour. Eine hölzerne Einschiffskirche - eingeschallt, mit eingedecktem Innenraum. Der mit dem Datum 1759 versehene Regenbogenbalken, wurde auch mit gotischen Schnitwerken aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts - die schmerzhafte Muttergottes und St. Johannes/ Kreuzigungsgruppe/ geschmückt.

Der spätbarocke Hauptaltar mit Figuren von St. Stanislaus und St. Adalbert aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Die Seitenaltäre aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts mit dem Renaissanceornament, dem Muttergottesbild auf der Predella und den Figuren von St. Hedwig und St. Elisabeth. Der zweite Barockaltar aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts mit einem Gemälde der Muttergottes von Tschenstochau und der St. Katherina. Das Ganze wird von einer Rokokokanzel und einem Taufbecken mit schalenförmiger Kuppa aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts ergänzt.

Zu den anderen sehenswürdigen Holzbauten des Kreisgebietes Gniezno gehört auch ein hölzernes im 19. Jahrhundert erbautes Haus in Czerniejewo an der Miechowa- Straße, eine Bockmühle aus dem Jahre 1714, gelegen an der Straße nach Nekla und ein hölzerner Glockenturm aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts im Ort Ostrowite Prymasowskie.